Samstag, 14. Januar 2017

01.01.2017 - 13.01.2017 Neuseeland

01.01.2017
Porentief rein starten wir ins neue Jahr.
Wir waren gestern noch in einer Freibad-Sauna. Man schwitzt hier mit Badehose?! Egal, war ganz nett und wir hatten eine Dusche nötig :-)
Da sehen wir doch etwas ganz Seltenes: Chinesen OHNE Selfistangen! Ein ungewohnter Anblick, nur das Handy musste mit in die Sauna - kein Witz, in der Schwitzkammer hält eine Frau ihr Handy in der Hand, war wohl schon angewachsen ;-)
Ansonsten verlief der Jahreswechsel recht unspektakulär. In Christchurch spielte eine Heavy Metal Band, das heißt, eigentlich machten die nur Krach. Und wir ziehen uns schon um 23 Uhr auf den Campingplatz zurück um mit ein paar anderen Campern gelangweilt rumzustehen. Zwei verhungerte Raketen haben wir in der Ferne gesehen und um 1 Uhr lagen wir schon im Bett - geschafft.


02.01.2017
Nochmal fahren wir in die Berge, denn der Wetterbericht hat uns einen Wandertag versprochen. Aber es sind nur  10 Grad und es nieselt. Also verkriechen wir uns lieber wieder in eine Sauna. Die Hallenbäder haben meistens eine Sauna dabei, was ja auch sehr praktisch ist bei diesen Sommer - Temperaturen. Wir sind 200 km quer durchs Land Richtung Westküste gefahren, um vor Ort im Visitercenter zu erfahren das es auch die nächsten Tage nach viel Regen aussieht.


03.01.2017
Wir werden wieder vom starken Regen geweckt und fahren ohne Frühstück los. Die Stimmung geht im Keller spazieren! Wir verkutschen heute nur Benzin, von der Westküste wieder zurück zur Ostküste. Es ist zu vermuten, das wir durch eine schöne Gegend fahren, aber sehen können wir davon nix bei dem starken Regen. Die Stimmung sucht weiter nach der tiefsten Stelle im Keller und ich schalte den Scheibenwischer in den schnellsten Gang. An der Ostküste wird es endlich heller und am Abend kommt noch die Sonne raus, aber der Tag ist rum und die Stimmung schaut nur skeptisch die Treppe hoch. 


04.01.2017
8:30 Uhr gibt's Frühstück in kurzen Hosen und Sonnenschein. Na das war doch mal was. Ab Mittag haben wir wieder das gewohnte Getrommel auf dem Blechdach. Aber nein, ein härterer Ton wird angeschlagen - es hagelt! Die Temperatur geht auf 8 Grad zurück und die Stimmung liegt ohnmächtig auf dem Kellerfußboden. 


05.01.2017
Den ganzen Tag schönes Wetter, wir sind so überrascht :-) Wir machen eine 10 km Wanderung an der Küste entlang und finden einen schönen Campingplatz am Meer. Der nette Mann vom Campingplatz erklärt uns, das es gerade ungewöhnlich kalt und windig ist, na das ist ja ein Ding! Sommer?! 10 Grad und in der Nacht geht's runter auf 6 Grad. Und das Wasser ist eiskalt.


06.01.2017
Heute sehen wir zum ersten Mal die Auswirkungen des letzten Erdbebens im November. Wir sind auf der Küstenstraße bis nach Kaikoura unterwegs, dann ist Schluss. Die Straße ist noch bis Jahresende gesperrt - hier siehts aber auch aus! Die Eisenbahnstrecke neben der Straße ist zum Teil meterhoch verschüttet und die Schienen sind verborgen. Tiefe Risse im und neben dem Asphalt. Und der Highway 1 zwischen Kaikoura und Picton ist durch große Felsbrocken unpassierbar. Wir müssen einen Umweg von 300 km in Kauf nehmen.
Übrigens, es hat heute nur ganz kurz geregnet. Dafür war der Sturm so stark, das an Essen machen nicht zu denken war. Ein Inder war wieder mal so nett das zu übernehmen.


07.01.2017
Wir haben mal ein wenig gerechnet. Jetzt sind wir seit 7 Wochen in Neuseeland und hatten gerade  einmal 5 Tage ohne Plage. Die restliche Zeit störten entweder Kälte, Regen, Sturm oder Sandfliegen oder ein Mix aus allen. 
Selbst James Cook hat die Sandfliegen schon in seinem Blog- , nein Logbuch erwähnt.
Es gab keinen einzigen Abend an dem wir gemütlich draußen sitzen konnten.
Von einem kurzen waghalsigen Hüpfer ins Meer zu den Seelöwen mal abgesehen, waren wir nie im Wasser - viel zu kalt.
Neuseeland hat uns bis jetzt inklusive der Automiete 6.500,-€ gekostet, obwohl wir sparsam waren.
Ich mecker oft und möchte hier einmal betonen, das das unser Tagebuch ist und so auch unsere Erfahrungen und Eindrücke. Ein Grund für mein Meckern ist auch das Auto welches wir fahren. Wir sitzen direkt über der Vorderachse und uns tut seit Wochen der Rücken weh. Ein richtiger Camper, in dem man auch sitzen kann und mit einem eigenen Abwassertank wäre deutlich besser. Damit darf man dann auch auf den Plätzen stehen die für uns tabu sind. Mein Fehler, das hab ich nicht gewusst, bzw. kostet ein "Self Contained" Camper gleich mal das Doppelte.
Wir haben schon viel von der Welt gesehen und sind verwöhnt. Vielleicht sind wir auch nach über einem Jahr umherreisen irgendwie gesättigt und bräuchten Heimaturlaub ;-)
Deshalb bitte nicht abschrecken lassen, jeder Mensch ist anders und hat andere Erwartungen. Wer in Neuseeland ein paar Wochen Urlaub macht und Glück mit dem Wetter hat, kann das ganz anders empfinden und begeistert sein.


08.01.2017
Es geht so weiter, das Frühstück schaffen wir noch (natürlich mit Sandfliegen) bevor es nieselt. Aber dann kommt auch schon der Wind, der die Regenwolken wieder vertreibt. So ein Guter, bis er es übertreibt und wir aufpassen müssen das wir nicht mit unserer Navette von der Straße fliegen.
Abends stehen wir am Meer auf einem schönen Platz und versuchen etwas zu essen. Erst haut es die Stühle um, dann fliegen die Teller samt Inhalt vom Tisch und als selbst die volle Flasche Bier vom Tisch geblasen wird, geben wir auf. Es ist schlicht unmöglich im Freien zu essen. 
Der ständige Wind ist anstrengend, die Böen rütteln und schütteln unser Auto in das wir uns wieder verkrochen haben und ich bin froh, das wir die Stimmung überreden konnten nicht gleich wieder in den Keller zu verschwinden.


09.01.2017
Die Nacht war richtig interessant - hält das Auto die Sturmböen aus oder fällt es doch um?
Am Morgen ist der Wind vorbei und wir haben eine Chance auf Frühstück. Ich erwähne jetzt nicht schon wieder die Sandfliegen. Wir wollen hier weg, morgen früh die erste Fähre ist unsere.
Der letzter Tag auf der Südinsel  wird aber doch noch ganz nett - es ist warm, nicht viel Wind und wir fahren direkt am Meer entlang bis nach Picton. Im Hafen finden wir einen schönen Platz zum Lesen, Schreiben und Leute gucken.


10.01.2017
Pünktlich 9 Uhr legt die Fähre ab und wir verlassen die kalte Sandfliegen-Regen-Sturminsel.
Wellington auf der Nordinsel empfängt uns mit - Nieselregen und wir fahren gleich weiter bis Wanganui. Wir suchen uns einen Campingplatz und erledigen Hausarbeit, Essen machen, Wäschewaschen usw.


11.01.2017
Bei endlich schönen Wetter fahren wir weiter zum Mount Egmont. Ein schlafender Vulkan mit einer fast perfekten Form, der "Fudschijama" Neuseelands. Um bis zu seinem Krater hochzusteigen reicht die Zeit leider nicht. Es ist aber trotzdem sehr schön hier ein bisschen herumzuwandern.
Den Rest des Tages nutzen wir um unsere Sachen zu sortieren. Ein Teil kommt in die Rucksäcke, ein Teil in ein Päckchen welches wir heimschicken und der Rest in die Mülltonne. Auch von dem "schönen" Blümchen Koffer müssen wir Abschied nehmen und ihn in die Tonne klopfen.


12.01.2017
Wieder bei schönen Wetter fahren wir weiter Richtung Auckland. Auf der Nordinsel gibt es so gut wie keine Sandfliegen und wir erholen uns langsam von der Tortur. Auch die Landschaft die wir durchfahren ist schön und die gute Stimmung fährt wieder mit :-)


13.01.2017
Neuseeland gibt auf den letzten Metern nochmal alles, es war Regen gemeldet und wir haben den ganzen Tag blauen Himmel. Wir müssen leider noch recht weit fahren und es bleibt nur Zeit für eine kleine Wanderung bei den Waitomo Caves. In den Höhlen gibt es besondere Glühwürmchen zu sehen, aber die leuchten nur für kommerzielle Zwecke und wir suchen in ein paar Felslöchern unser eigenes Höhlenerlebnis.
Wir gehen ein letztes Mal auf einen der teuren Campingplätze, nicht weit von Waiuku, wo wir morgen Mittag unser Auto abgeben.
Ein Paket haben wir verschickt und der Rucksack ist gepackt - wir sind reif für die Insel!


Ab sofort sind wir telefonisch nicht mehr erreichbar. Wer uns etwas mitteilen möchte, der schreibt bitte an die bekannte E-Mail Adresse.

Viele Grüße Heike & Hartmut


Fotos 01.01.2017 - 13.01.2017

































Samstag, 31. Dezember 2016

23.12.2016 - 31.12.2016 Neuseeland

23.12.2016
Eigentlich wollten wir heute am "Taiaroa Head" Albatrosse beobachten, aber im Royal Albatross Centre bekamen wir erklärt, das ca. 20 min Albatros- Beobachtung (im Rahmen einer Führung) 100 $ kosten. Unverschämt! Aber ein paar sehen wir dann doch noch fliegen, wirklich mächtig große Vögel!
Wieder mal bei Sturm und Regen ziehen wir weiter und wandern ein bisschen über die Halbinsel. In den lichten Momenten als sich die Sonne zeigt werden wir mit herrlichen Bildern belohnt. Der blanke Augen-Orgasmus! Heike war voll im Fotorausch.


24.12.2016
Das Wetter bessert sich. Heute ist es nur noch stürmisch und kühl, aber es regnet nicht mehr. 
Wir bummeln weiter an der Küste entlang.
Und dann, ganz plötzlich, ist es Heiligabend :-) Wir gönnen uns geräucherten Lachs, Baguette und roten Wein - wunderbar! Das Baguette erinnert durch seine Form sogar an ein Echtes aus Frankreich. Die Kiwis haben genauso viel Geschick beim Brotbacken wie die Australier.


25.12.2016
Wir fahren die Küste weiter rauf mit vielen Stopps zum Fotografieren und Seelöwen gucken. Der Neuseeländische Seelöwe ist selten, aber wir sehen sie an vielen Stellen rumlümmeln und kommen ganz nah ran.
Das nächste Ziel ist der höchste Berg Neuseelands, der Mount Cook in den südlichen Alpen. Den wollen wir uns mal aus der Nähe ansehen.


26.12.2016
Wir sind im Mount Cook Nationalpark und wollen hier ein bisschen wandern. Der einzige bezahlbare Campingplatz ist krachvoll. Wir finden einen Platz zwischen den riesigen Camperkisten, es ist kühl, die Sonne hat keine Chance durch die "Häuserschlucht" auf unser kleines Heim zu scheinen. Wir wandern uns warm, 3 Stunden zu einer Gletscherzunge mit fantastischem Blick zum Mount Cook. Wir kämpfen uns durch Heerscharen von Chinesen mit Fotoapparaten und Handys an Selfistangen. Etwas genervt aber unverletzt werden wir mit einem tollen Ausblick belohnt. Der Mount Cook mit seinen 3764 m Höhe ist ein wirklicher Hingucker.


27.12.2016
Wieder stimmt die Wettervorhersage, starker Regen und Sturmböen bis 80 km/h. Wir bleiben im Auto und lauschen dem Getrommel aufs Blechdach. Langweilig wird es aber nicht - die kleinen Zelte, die hier überall stehen, möchten gerne fliegen. So wie es halt immer ist, wenn einer anfängt, wollen die anderen auch. Erst sind es nur Mülltüten, dann Plastikteller, dann Badeschlappen und die Wäsche von der Leine. Da kann kein Zelt lange widerstehen, nur die Eigentümer (Spaßbremsen) versuchen das zu verhindern. Und trotz des starken Regens konnten wir das vom Bett aus gut beobachten ;-)
Morgen soll es wieder schön sein und wir planen eine lange Wanderung. Daumendrücken.


28.12.2016
Wandertag/Jubiläumstag
Fönwetter beschert uns blauen Himmel und angenehme Temperaturen. Mit dem Mount Cook immer im Blick wandern wir steil bergauf und fluchen manchmal über die unverhofften und starken Windböen. Als wir oben am Grad ankommen springt uns ein derart starker Wind an, das wir auf die Knie müssen um nicht abzuheben wie ein Plastikteller.
Kein Zurück, wir stemmen uns dagegen und kämpfen uns bis zu einer Wanderhütte durch. Zwischen den Böen schafft es Heike immer wieder tolle Fotos zu machen. Die Gletscherwelt ist wunderschön.
In der Hütte gibt's ein Jubiläums Bierchen, denn heute sind wir auf den Tag genau ein Jahr von zu Hause weg. Eine lange Zeit! Die Sehnsucht nach Hause ist groß, aber wir halten durch :-)
Der Wanderweg ist mit vielen Stufen gut ausgebaut und auf dem Rückweg zum Auto zählen wir sie: 1820 - unsere Knie haben gejubelt vor Freude.


29.12.2016
Nach gut 24 Stunden Trockenheit gibt es wieder Regenschauer und wir fahren weiter.


30.12.2016
Es klingt bestimmt als hätte ich immer was zu meckern, wenn ich schon wieder über Sandfliegen schimpfe. Wir hatten heute Nacht einen schönen Platz auf einer Wiese mit einem Bach, ganz idyllisch, normalerweise. Es müssen Millionen von diesen Viechern hier sein. Entweder man sprüht sich starkes Gift auf die Haut, dann stechen sie nur in die Stellen die man vergessen hat, oder man sitzt im Auto und bestaunt die Idylle durch die Scheibe.
Wenn ich schon mal beim Meckern bin: wir sind jetzt 6 Wochen in Neuseeland und ich denke, ich kann schon mal ein Resümee ziehen.
Die Pluspunkte die für Neuseeland sprechen:
- die tolle Natur, die Gletscherwelt und das Meer dicht an dicht
- schöne Wanderungen, wenn es nicht regnet
- vulkanische Aktivität hautnah - ist für uns neu und interessant

Punkte die uns nicht wieder nach Neuseeland reisen lassen:
- zu teuer, wir verbrauchen deutlich mehr als in Australien
- kein Abenteuer mehr, alles ist ausgebaut, erschlossen und wird vermarktet
- kein Freiheitsgefühl mehr, wildcampen an schönen Plätzen mit Lagerfeuer - Fehlanzeige.
- Campingplätze die man manchmal benutzen muss sind maßlos überteuert. Ein stinkendes Plumsklo und ein Wasserhahn im Freien (keine Dusche) kosten 32,-$ unser teuerster Platz waren 50,-$ und für's Duschen mussten wir extra zahlen. Dazu steht man noch dicht an dicht mit anderen, wie auf einer Art Parkplatz.
- Sandfliegen, Sandfliegen, Sandfliegen
- das Wetter, viel Regen und viel Wind, aber vielleicht hatten wir da nur Pech
- zu viele Leute in der Hauptreisezeit, die Campingplatz Betreiber nutzen das gnadenlos aus. Auf das Ansprechen des hohen Preises heißt es, der nächste Campingplatz ist noch teurer und auch voll. Wir fühlen uns oft einfach nur ausgeliefert.
Wir müssen oft essen gehen was auch recht teuer ist, aber versucht mal bei einem 40er Wind Spagetti zu kochen.
Vielleicht wäre das Urteil etwas milder ausgefallen wenn wir vorher nicht so lange in Australien gewesen wären. Wir sind verwöhnt :-)
Es sind noch zwei Wochen bis zur Abreise, vielleicht werden wir noch überrascht?!


31.12.2016
Wir sind in Christchurch (da wo die Erde manchmal wackelt) und hier verabschieden wir das gute alte Jahr und freuen uns aufs Nächste. Mal sehen wie die Kiwis feiern.
Wir wünschen euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und bleibt gesund und munter!


Viele Grüße Heike & Hartmut


Fotos 23.12.2016 - 31.12.2016