Donnerstag, 23. März 2017

2017-03-20 Deutschland / Saalfeld

20.03.2017
Wir sind dann mal ...  wieder da !


Kaum zu glauben, fast 15 Monate sind vergangen.
Ein sehr, sehr langer Flug, 12,5 Stunden nonstop bringt uns von Bangkok nach Köln. In Köln erfahren wir nach 3 Stunden Wartezeit, das der Flug nach Dresden gestrichen wurde. Super, wir werden nach Berlin umgeleitet und verpassen so einen herzlichen Empfang in Dresden. Jens und Corinna wollten uns überraschen und stehen dort mit einem großen Willkommens Plakat und Kuchen - sehr, sehr schade.
Nach insgesamt gut 25 Stunden Reisezeit kommen wir gegen 2 Uhr nachts, mehr tot als lebendig zu Hause an.
Auch da gibt's tolle Überraschungen. Es stehen Blumen vor der Tür! Conni hat die Wohnung geputzt und von den Spinnweben befreit, die Heizung ist an, im Kühlschrank steht was zu essen und sogar Bier ist da. Das haut uns um und gegen 3 Uhr fallen wir ins Bett.
Eine fantastische Reise die unseren Blick auf die Welt verändert hat und immer unvergessen bleibt ist zu Ende.
Hier mal ein paar Fakten:
Wir sind insgesamt 26 mal mit einem Flugzeug gestartet und gelandet und waren dabei 86 Stunden in der Luft.
Mit dem Gleitschirm waren es leider nur 15 Stunden :-(
Wir haben gelernt unser Reisegepäck zu optimieren und waren die letzten Monate mit nur 6 kg pro Nase und Rucksack unterwegs. Weniger ist oft mehr. Erst in Bangkok hat der Rucksack wieder etwas zugenommen ;-)
Heikes Fotoapparat hat die gesamte Reise mit über 20.000 Bildern dokumentiert und er funktioniert erstaunlicher Weise immer noch!
Wir waren nie ernsthaft krank.
Wir sind unfallfrei gefahren - 50.000 km mit dem Auto und 2.500 km mit dem Moped. Wir sind nie bestohlen oder ausgeraubt worden.
Wir hatten nie Läuse oder ähnliches Getier, obwohl es Gelegenheiten gab :-)
Wir haben viele nette Menschen kennen gelernt und manche sind Freunde geworden.
Wir sind noch verheiratet und werden es wohl bleiben  ;-)
Finanziell sind wir perfekt im Plan. Alle Ausgaben, also mit den Flügen, den Autos, den Hotels, mit Essen, Trinken und Krankenversicherung - also wirklich alles, kommen wir auf 43.000,-€ . Das klingt erstmal viel, war aber jeden Cent wert.
Wir würden fast alles nochmal so machen.

Vielen Dank an die vielen treuen Leser von unserem Blog! Ganz großen Dank an Manfred, der uns erst dazu überredet hat und dann damit eine Menge Arbeit hatte :-)
Wir freuen uns auf das Wiedersehen und einen super Sommer mit Euch.
Bis dahin viele Grüße Heike & Hartmut

Wir sind wieder hier:
N 15.384321° E 11.205840°



Montag, 20. März 2017

11.03.2017 - 19.03.217 Manila / Bangkok

11.03.2017
Der Himmel ist bewölkt und wir fahren zurück nach Legazpi. Wir sind zum Glück die Ersten am Bus und in weiser Voraussicht bezahlen wir gleich 3 Sitzplätze. Das kostet nicht viel und stellt so sicher, das wir etwas Luft holen können in den nächsten 1,5 Stunden. Wir fahren mit einem Kleinbus der mit zwölf Leuten gut gefüllt wäre, aber es werden 17 plus eine Menge Gepäck.
Legazpi empfängt uns mit Regnen.


12.03.2017
Es regnet weiter, fast den ganzen Tag und wir üben uns im Extremrelaxing.


13.03.2017
Heute wollten wir eine Wanderung am Vulkan Mayon unternehmen. Ein sehr schöner Vulkan, mit perfekter Kegelform und noch aktiv. Aber es regnet schon wieder ab und zu und das sehr heftig, wir müssen das Programm ändern. Also auf in eine Shopping Mall und in den Regenpausen ziehen wir durch die kleinen Gassen. Das ist bestimmt das trostloseste Nest auf den Philippinen und dann noch das Regenwetter...


14.03.2017
Heute fliegen wir zurück nach Manila und uns graut etwas vor der Stadt. Wir haben schon in anderen Berichten gelesen, das man Manila nicht unbedingt gesehen haben muss, aber ich habe keinen früheren günstigen Weiterflug nach Bangkok gefunden. Jetzt müssen wir 2 Tage da durch.


15.03.2017
Die Hauptstadt der Philippinen ist eine absolut hässliche Stadt! Ich denke unsere Lebensuhr tickt hier mindestens doppelt so schnell. Die Abgase sind die Hölle und nach einer halben Stunde schmerzt der Hals.
Bei unserer kleinen Sightseeingtour im Stadtteil Intramuro fahren wir deshalb umweltfreundlich mit der Fahrradritschka. Unser "Pilot" hat ganz schön zu strampeln und das in dieser schwül heißen Luft.
Am Abend drehen wir eine kleine Runde zu Fuß durch die Straßen. Es ist hart für uns den bettelnden Kindern in die Augen zu schauen und zu wissen das sie nie eine Chance auf ein gutes Leben haben. Sie betteln nach Essen und wenn es nur eine Banane ist wird sie dankbar sofort verputzt. Wir beobachten die vielen Menschen die im Freien kampieren, deren ganze Habe meist nur eine Plastikplane ist.  Sie leben am Straßenrand oder dem total vermülltem schmutzigen Strand, ohne Dach über dem Kopf in schlechter Luft und ewigem Lärm. Es ist immer laut an der Straße, viel zu laut für kleine Kinder und Säuglinge.
Sehr leise gehen wir mit gesenktem Kopf in unser teures Hotel zurück. 


16.03.2017
Wir fahren heute auf einen Friedhof. Auf dem Nordfriedhof von Manila leben Menschen in Gräbern mit den Toten zusammen. Das ist interessant und wir nehmen ein Taxi dahin. Es klingt erstmal erschreckend, das Menschen auf dem Friedhof leben, aber wenn man das so sieht ist es wie eine richtige Stadt. Es gibt kleine Geschäfte, Kinder die spielen, auf den Gräbern wird gekocht, Kleinkinder gewaschen und gewickelt. Es gibt sogar Strom und in mancher Gruft flackert ein Fernseher. Wir denken, das es trotz der aus unserer Sicht menschenunwürdigen Bedingungen, vielleicht besser ist, als an der Straße zu leben. Die Welt ist verrückt!
Es geht weiter nach Bangkok.
Thai Air hat mächtig Verspätung und wir lungern 5 Stunden in dem unterkühlten Flughafengebäude rum. Dann 3 Stunden Flug und Landung 1 Uhr Nachts in Bangkok.
Wir brauchen noch über eine Stunde durch die Passkontrolle und fallen erst gegen 3 Uhr ins Bett.


17.03.2017
Wir geben alles um uns zu verwöhnen. Wir schlafen im höchsten Hotel von Thailand, im Baiyoke Sky Hotel und das im 61. Stock. Ein Traum - eine riesige, raumhohe Fensterfront mit Blick über Bangkok. Das Frühstück gibt's im 81. Stock, nur zum Pool müssen wir runter in den 20. ;-)  und so vergeht die Zeit. Wir lungern am und im Pool rum, lassen uns massieren und gehen lecker Essen. Im Hotel gibt es 7 Restaurants :-)


18.03.2017
Wir strapazieren heute die Kreditkarte und verbringen fast den ganzen Tag mit einkaufen. Die Klamotten die wir auf unserer Reise anhatten sind einfach nicht mehr zivilisationstauglich. Man kann sich verlaufen in den riesigen Kaufhäusern mit den vielen Etagen und wir haben das Gefühl ganz Bangkok besteht aus Geschäften.
Abends geht's noch auf einen Nachtmarkt, aber ich halte nicht mehr lange durch, die Füße und der Rücken haben keine Lust mehr.


19.03.2017
Letzter Tag in Bangkok. Dasselbe Programm wie gestern: wir planschen im Pool, gehen einkaufen, genießen die Massagen. Gehen mal wieder zum Inder essen (sie sind einfach die besten Köche der Welt ;-)).
Ein letztes Chang Bier und dann der vergebliche Versuch zu schlafen.
Wow, morgen geht's heim.


Hier sitzen wir im Pool:
N 13.75441° E 100.54069°

Viele Grüße Heike & Hartmut


Fotos 11.03.2017 - 19.03.2017























 
 




Sonntag, 12. März 2017

01.03.2017 - 10.03.2017 Philippinen / Bohol

01.03.2017
Schon März - Wahnsinn! Der letzte Reisemonat beginnt und ich muss bald nicht mehr für den Blog schreiben ;-)
Wir geben uns nochmal richtig Mühe die Zeit zu genießen.
Auf einen Tipp unseres Hoteliers fahren wir mit dem Moped zu einem Wasserfall. Allein die Fahrt dorthin war schon ein Erlebnis. Viele kleine Dörfer mit Kindern die sich riesig freuten uns zu sehen und Heike winkt wieder wie die Queen nach allen Seiten.
Nach einem kühlen Bad im Wasserfall und ein bisschen rumkurven mit dem Moped warten wir mit eiskaltem Bier auf die Nacht. Eine nächtliche Bootstour auf einen Fluß soll uns zu den "Fireflys" (bei uns heißen sie Glühwürmchen) bringen. Es war dann auch eine beeindruckende Show, die die "Feuerfliegen" lieferten: manche Bäume am Flussufer sahen aus wie Weihnachtsbäume! Sie blinkten und wurden von Lichtwellen überzogen, einfach unglaublich! Es gibt doch immer noch etwas, was man noch nie gesehen hat :-)


02.03.2017
Unser Ziel heute ist die winzige Insel Lamanoc. Mit der "Bangka", so heißen hier diese winzigen Kähne mit den Stützkufen, setzten wir über auf das mythische Eiland. Vor zehntausend Jahren haben hier die Bewohner von Anda ihre Toten bestattet. Besser gesagt luftgetrocknet oder in großen Tonkrügen untergebracht. Mit einem kundigen Führer klappern wir ein paar Höhlen ab und werden mit interessanten Geschichten versorgt.


03.03.2017
Die Hauptattraktion von Bohol steht heute auf dem Programm - Besichtigung der "Chocolate Hills".
Ein paar mit Gras bewachsene Hügel, die wie Schokomoussee aussehen wenn das Gras vertrocknet ist. Wie diese seltsame Landschaft entstanden ist, weiß scheinbar noch niemand.
Um es kurz zumachen: lange, anstrengende Fahrt, einmal länger hingeguckt und wieder zurück. Naja, nicht alle "Highlights" sind total aufregend.


04.03.2017
Wir stürzen uns mal wieder in die Fluten. Aber es ist eigentlich nur ein Antesten für morgen, da haben wir mal wieder eine Tour unter Wasser gebucht. Den Test bestanden hat auf jeden Fall die ultramoderne Schnorchelmaske die wir uns ausgeliehen hatten - superb! Kein Schnorchelgebeiße mehr und das eventuell durch Grinsen eintretende Wasser verflüchtigt sich auch von ganz alleine. Hoffentlich ist die morgen wieder mit von der Partie.


05.03.2017
Sehr früh geht's schon los und wir schließen uns einer Truppe von Tauchern an (Holländer). Eine halbe Stunde Fahrt und ab ins Wasser. Es ist schön warm, nur leider versteckt sich die Sonne heute und die Sicht im Wasser ist nicht so gut. Außerdem sind die Korallen recht tief, 5 m und mehr. Die Taucher sind heute klar im Vorteil. Aber es macht trotzdem Spaß. Wir sehen zwei Wasserschlangen, vielleicht einen Meter lang und ich hohle bestimmt 100 PS aus meinen Schwimmflossen, als eine auf mich zu schwimmt.
Als Abendessen bestellen wir eine Spezialität der lokalen Küche: "Kinilaw". Roher Tunfisch, eingelegt in Kokosmilch und vielen Gewürzen.
Auf den Cookinseln hieß das "Ika Mata" und war unser Lieblingsgericht. Aber auch hier versteht der Koch sein Handwerk, wir sind hin und weg und bis zum Rand abgefüllt. Während wir so sitzen und genießen, wird auf der Straße lauthals eine weitere lokale Spezialität angeboten. "Balut, Balut" ruft der Händler und zumindest alle ausländischen Gäste verziehen angewiedert das Gesicht und schütteln sich. Balut ist ein angebrütetes Enten- oder Hühnerei. Der wenige Cent teure "Strassensnack" mit dem halb entwickeltem  Embryo fällt auf jeden Fall in die Kategorie oberwiderlich!
So dicht nebeneinander exzellent und abartig. Mahlzeit!


06.03.2017
Heute ist nicht viel passiert. Wir drehen eine kleine Runde mit dem Moped und schaffen es gerade noch zurück ins Hotel bevor es mächtig anfängt zu regnen. Also faulenzen und Pläne machen für die nächsten Reisen.


07.03.2017
Lange Taxifahrt zurück nach Tagbilaran (Flughafen). Unser Taxifahrer überredet uns die Mittagspause auf einem Ausflugsboot zu machen. Das sah schon von weiten albern aus. Als wir dann aber mit im Boot saßen, dachte ich nur: gut das uns hier keiner kennt! Eine Art Floß mit ca. 40 Leuten, in der Mitte ein Büffet zum Selbstbedienen. Soweit noch ok, aber von den Fahrgeschäften gab es sehr viele, die dann auf dem Fluß immer hin und her fahren. Natürlich wird fleißig gewunken bei jeder Begegnung und auf jeden Floß steht einer mit einer Gitarre und macht höllisch Lärm. Dann ein Stopp an einem Steg auf dem ein paar Mädels uns Folkloretänze vorführen. Die waren aber sichtlich genervt von den depperten Touristen die alle 10 Minuten bei Ihnen anlegen und gafften wie im Zoo. Eine lange Stunde und wir sind von dieser wirklich peinlichen Veranstaltung erlöst.
Unser Fahrer hat auch nicht gefragt ob es uns gefallen hat, komisch.
Na ja, das nächste Ziel war recht nett. Wir fahren zu einem Reservat, wo man die vom Aussterben bedrohten "Philippinen-Koboldmakis" bestaunen kann. Sie zählen zu den größeren Vertretern der Koboldmakis und werden bis zu 13 cm groß und wiegen bis 150 g. Vernünftigerweise halten die nachtaktiven Tierchen auch am Tag die Augen offen und sitzen in perfekter Fotografierhöhe im Bambus. Wirklich total putzig mit den großen Augen.


08.03.2017
Heute war der Rückflug nach Manila auf dem Programm, der Rest des Tages stand zur freien Verfügung ;-) 


09.03.2017
Gut ausgeschlafen fliegen wir heute gleich weiter nach Legazpi ( eine Stunde ) und mit dem Kleinbus weiter nach Donsol. Unser letztes Ziel auf den Philippinen. Hier besteht die Chance mit den großen Walhaien zu schwimmen.
Wir buchen eine Tour für morgen, besorgen uns ein Moped und drehen eine Runde durch die Gegend. Die Hütten die wir hier sehen sind in einem traurigen Zustand, manchmal gibt es eine Glühbirne, aber meistens ein offenes Feuer. Aber aus jeder kleinen Hütte purzeln viele, viele Kinder - was wird das werden? - Erschreckend. Wir haben noch nie so viel Kinder gesehen!
Das Durchschnittsalter auf den Philippinen liegt aktuell bei 24 Jahren und jede Familie hat im Durchschnitt 6 Kinder! Die armen Leute brauchen eine große Familie als Altersvorsorge. Außerdem sind über 80 Prozent katholisch und da ist das mit Verhütung so eine Sache. Wer jetzt ein wenig rechnet weiß wie es hier in 2-3 Generationen aussieht. 


10.03.2017
Um 8 Uhr sitzen wir schon im Boot und tuckern vor der Küste rum. Mit uns sind noch 4 Gäste und 4 Mann Besatzung an Bord. Es dauert gut 1,5 Stunden bis wir den ersten Walhai sehen. Dann muss alles schnell gehen, Flossen an, Brille auf und am Bootsrand auf das Kommando vom Guide warten. Go, go, go und alle springen rein. Ich zu erst, dann der Chinese auf meinen Kopf. Brille und Schnorchel hängt mir am Hals und meine Nase hat jetzt eine dunkle Stelle. Der Wal war weg.
Ein bisschen eingeschüchtert durch meinen bösen Blick hält er ab jetzt Abstand und der nächste Versuch klappt schon besser. Mit Walhaien "schwimmen" ist eigentlich auch der falsche Ausdruck, das ist eher ein Wettrennen. Man muss genau an der richtigen Stelle ins Wasser und ein schneller Schwimmer sein um ihnen nahe zu kommen. Heike ist schnell und schafft das sogar ohne Schwimmflossen. Wir springen insgesamt 7 mal rein und ich war 4 mal ganz dicht dran, einmal sogar mit Berührung.
Es gibt strenge Regeln, einem Walhai darf sich nur 1 Boot mit maximal 6 Schwimmern nähern und diese nur 5 Minuten mit ihnen schwimmen. So stets irgendwo geschrieben. Es kamen aber immer mehr Boote dazu. Zum Schluss haben wir 17 Boote gezählt, die alle versuchen für ihre Gäste den besten Platz zu ergattern. Kreuz und quer, mit Zusammenstößen und dazwischen die Schwimmer im Wasser. Wir hatten genug und es wurde zu gefährlich.
Fazit: ein ganz tolles Erlebnis mit den Riesen ( bis 13 m lang und 12 Tonnen schwer ) im Wasser zu sein und wir sind sehr froh das wir das hier erleben konnten. Leider wollen das sehr viele Menschen:-) Mit 15 cm haben die Walhaie die dickste Haut aller Lebewesen der Erde und die brauchen sie auch ;-)


Wir sind hier:
N 12.92271° E 123.57840°

Viele Grüße Heike & Hartmut

Fotos 01.03.2017 - 10.03.2017